Thursday, 29 November 2007

Größenwahn im Eigenen

Ich mag wieder schreiben.
Die Frage ob das öffentliche Schreiben einem Seelenstrip gleichkommt überlasse ich anderen. Meiner Auffassung nach hilft schreiben an sich beim Denken, der Austausch davon, insofern was zurückkommt, dient der Aufarbeitung und dem Verständnis. Daher werd ich einfach vor mich hinschreiben, scheiß egal ob es wer liest oder nicht, im Endeffekt - im Makrokosmos - dient es nur meiner selbst.
Siehst du das genauso?

Der Größenwahn. Irgendwie werden wir ja in dieser Gesellschaft damit großgezogen. Hoch hinaus über alle Dächer, es muss einschlagen, exorbitant sein. Zumindest empfinde ich das so.
Jetzt nach 2 Monaten von vielen neuen Momenten kommen alte Denkmuster wieder manchmal durch. Zumindest bei bestimmten Themen.
Ich hab mir selbst Actionscript 2 beigebracht (zumindest größtenteils, alles wie ein Programmiercrack werde ich ohnehin nie parat haben, da es nicht das meinige Gebiet ist). Jetzt lerne ich Illustrator von vorne bis hinten und versuch darin kompetent werden. At least mit dem Umgang der Werkzeuge. Der Rest ist wie immer im Kreativitätsstrudel und Erfahrungswerten gefangen.
Trotzdem linst mein linkes Auge immer in die Videoecke, die ich eher als die meine bezeichnen würde. So richtig sicher ist das aber noch lange nicht. Das After Effects Buch daheim verwahrlost, das nächste Objekt der Begierde. Nebenbei noch die Gitarren die in der Flat herumstehen und mich förmlich anschreien sie richtig zu verwenden.
Das Lieblingshobby die Herumretterei samt dem Notarztbüchlein voller Latein (im doppeltem Sinne des Wortes) nur ganz am Rande erwähnt. Oder gar so kurze Möglichkeiten wie Surfen erlenern.

So befinde ich mich in einem ewigen Strudel des Wollens, hat also die Werbung nach jahrelangem Brainwashing ihr Ziel damit erreicht? Unfähig eines der Elemente zu streichen, eliminieren, aus meinem Leben zu verbannen. Aber auch unfähig mich in einen Keller zu sperren und rund um die Uhr alle diese meine Lustobjekte zu begatten.

Diese Breitbandigkeit wird wohl vieles verlangsamen, lässt sie doch keine Fokussierung auf eine Spezialisierung zu. Ach hatten wir das nicht schon mal? Ich erinnere mich dumpf an 2 Buchstaben - FH. Tja seems als dass ich perfekt darauf zugeschnitten wär. Aber was ist die Essenz daraus?

FUCK IT - und wenn es noch 5 Jahre dauert bis ich halbwegs Medizinerlatein verstehe, 10 Jahre dauert bis ich halbwegs 5 Akkorde greifen kann, noch 20 Jahre bis ich meine gut in einer der Mediensparten zu sein, ich bin nicht im Stande ein Stück dieser Lieblinge gehen zu lassen.
Und das ist gut so.

Somit muss man sich oft selbst ermahnen, eigene Kreationen manchmal wirklich als gut befinden in Relation zu der eigenen, geschaffenen Umgebung gesehen. Einen Schritt zurück machen oder über seinen eigenem Kopfe schweben und sich über den eigentlichen Progress bewusst werden, in dem man eigentlich steckt.
Und dann doch zufrieden durch die Straßen dieser Stadt oder einer ganz anderen wandern und glauben das Richtige zu tun.

Mit einem Riesensmile.

I want.

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