Friday, 25 January 2008

Day #112

Das war es dann nun also... in Sentimentalität versunken gehe ich zum letzten Male barfuß die Wharfmeile entlang um einen Kaffee in den Kreislauf zu pumpen. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl dieses als meinen aktuellen Alltag zu bezeichnen, neben Meer und Yachten im Sommerwind entlang zu schlurfen. Den salzige Geruch dabei nicht zu vergessen. Und so schnell wie die Zeit einem stets davonrinnt, so schnell wurde es vertraut. Der Mensch ist halt doch ein Gewohnheitstier. Was nun keineswegs heißt, dass ich meine favourisierte Umgebung nicht vermisse, ganz im Gegenteil. Aber der Satz "Your home is where your heart is." bringt diese Divergenz zwischen zwei konträren Welten und meine damit verbundene Gespaltenheit auf den Punkt. Überall und nirgends. Diese Heimat die ständig anwächst - wenn man es zulässt und will.

Nachdem dieses jetzt auch meine letzte Möglichkeit scheint, mich länger zu verausgaben, auch eine kleine Rezension. Denn bloody hell, ich bin wie immer im Stress.... neben Arbeit, die noch zu tun ist, bleiben ausständige Reisevorbereitungen - und ja, manche von euch wissen wie das bei mir aussieht :D - noch immer Zeug dafür kaufen, dazu kommt der Freizeitzwang nette Menschen sooft zu sehen wie es nur geht, auch wenn es eigentlich nicht geht... im Endeffekt wieder selbst schuld, mal wählt wohl seine Lebensart wie man selbst ist - chaotisch.

Aber weg vom Alltag, der spukt einem ohnehin allzuviel im Kopf herum, mehr zu den übersinnlichen Dinge im Leben. Die Horizonterweiterungen. Couchsurfing zum Beispiel. Auch wenn ich ausser zu Anfangs bei Rod nicht wirklich gesurfed bin, geht es auch nicht primär um das Finden einer Unterkunft, eher die Locals/Einheimischen kennenzulernen, einen Pfad fernab des reinen Touristendaseins wählen. Und Leute finden, die einem wellentechnisch ähneln. Das tut es nämlich. In den meisten Fällen sind die Leute auf einer Welle was Soziales angeht. Und so um so konzentrierter wirklich nette, intelligente, weltoffene, positive Menschen kennengelernt. Nein, die hätt ich so einfach nicht durch reinen Zufall getroffen. (Wenn wir davon ausgehen, dass das ganze Leben nicht ein großer Zufall ist). Somit muss ich dem Socialising im Web (wo diese Plattform nichts anderes ist) doch meinen Tribut zollen. Und es hat geprägt, genau das was die Welt braucht. Die Angst vor dem Fremden verlieren, ein gewisses Grundvertrauen und Offenheit dem Anderen, den man nicht kennt, entgegenbringen. Und davon immens profitieren.

Über dieser Erfahrung steht natürlich das Reisen an sich, was wie in meinem kleinen Büchlein steht: "Die Welt (wie auch das Leben) ist ein Buch, wer nie reist sieht nur eine Seite davon." Und ich habe wohl kaum genug für dieses Buch gedankt, welches mir mehrmals ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Somit kann man Reisen nur empfehlen. Und verstehen, dass eine Verbindung die stark genug ist, niemals einem "Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn" unterlegen ist. Sondern immer gewinnt.

my little acompanimentm from home

Ich möchte mit einem schönen Zitat enden, bevor noch bisschen Arbeit bevor steht, ich meine To-Do-Listen für morgen schreibe und Firmen-Abschieds-BBQ, Einkaufsstress und Abschiedsparty von Adam morgen (der nach Schweden geht):

Keiner kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist.
(Graham Greene)

In diesem Sinne schon jetzt vielen lieben Dank für die Aufmerksamkeit und das Interesse an meiner Person, es war mir eine Freude zu reflektieren und es sei euch viel Liebe gewiss.

m

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